Ein Märchen aus tausend und zwei Nächten...

Es war einmal eine kleine verträumte Stadt am Rande der Mulde, in der sich 4 tapfere junge Recken aufmachten um die Welt das Rocken und Rollen zu lehren. Auf ihrem Weg trafen sie einen alten Mann mit weißen Stehkragen, wuchernden Kotletten und einer sehr aufwendig verzierten Laute, der sie bestärkte den steinigen aber lohnenden Weg zu gehen. Also machten sie sich auf ins nächste Wirtshaus, wo man sie höhnisch auslachte und verspottete. Doch vom Ehrgeiz getrieben, spielten sie einfach drauflos.
Nach der ersten Steinigung (aus der sie mit kleineren Blessuren davonkamen, erschien ihnen der Rock ´n´ Roll-Gott.

Er gab jedem der 4 Recken eine Gabe:
Frank bekam eine singende, klingende Stimme, die so wohl wie ein wärmendes Feuer im Winter und so erfrischend wie eine kühle Brise im Sommer klang.

Kai dagegen bekam die Fähigkeit Melodien auf seiner Laute zu spielen, wie sie zuvor noch kein menschliches Wesen spielen konnte. Fortan nannte man ihn nur noch „Das Tier“.

Hempi konnte nun mit seinem mächtigen …ähm… mächtiger Basslaute, die Erde erbeben und die Herzen der Menschen im richtigen Takt schlagen lassen.

Ole, der schon seit seiner Geburt eine magische Anziehungskraft auf die schönen Töchter des Muldentals hatte, versah er mit einer ganz besonderen Gabe. Er konnte von nun an Wasser zu Wein machen …ach Quatsch hier liegt eine Verwechselung vor… es war doch nur Rhythmus. Aber dieser war nicht ohne. Von nun an zum „Olator“ geschlagen, bekam er eimerweise Briefe unter Anderem vom damalig bekannten Hofkapellmeister Dieterus Bohlenus der Erste, der ihn sofort als Leibtrommler casten wollte. Doch Olator wusste, dass er nur mit den anderen Dreien zu unendlichem Ruhm und Glückseligkeit kommen könnte.

Der Rock ´n´ Roll-Gott taufte die Vier auf den Namen „Barracudas“. Also wurde der Karren gespannt und die 4 Halbgötter der Musik zogen durch die nahen und fernen Länder um die Leute mit ihrer Musik zu bekehren und zu erlösen.

Eines Tages, am Wegesrand, stand ein betagter Herr mit blond wallendem Haar. ER hatte von den Gaben, der vier gehört, und wollte nun mit einer List ihre Gutmütigkeit ausnutzen. Die Vier erblickten den Mitleiderregenden Mann und fragten was sie wohl für ihn tun könnten um ihm etwas Leid abzunehmen.

Und er antwortete, begleitet von einem höhnischen Grinsen: „Nicht was ihr für mich, sondern was ich für euch tun kann, ist hier die Frage.“

„Ihr braucht nur diesen Vertrag mit eurem Blut zu signieren, als reine Formalität natürlich, und ich werde Euch zu unendlichem Reichtum und Berühmtheit bringen, die weit über die Euch bekannten Grenzen überschreitet.“

So sei es, dachten sich unsere tapferen Recken, und halfen dem alten Mann in den Wagen.

Die Achse des Karrens krümmte sich und der Wagen knarrzte. Verblendet vom anfänglichen Erfolg, merkten unsere Vier nicht, das der Wagen langsam bergein rollte.

Langsam schwanden die vom Rock ´n´ Roll-Gott verliehenen Kräfte, doch keiner von Ihnen merkte etwas davon. Ein großes Unwetter zog auf, das viele Jahre dauerte. Sollte das ein Strafe dafür sein, dass sie sich haben Verblenden lassen von Reichtum und unbegrenzter Berühmtheit, Ansehen und Schönheit, die in Wahrheit nur ein Trugschluss waren? Jetzt waren sie nur noch eine Schablone ihrer selbst. Blass, willenlos und von nichts mehr zu begeistern, getrieben von völligem Stumpfsinn.

Doch eines Tages riss der Himmel auf und ein Trommelwirbel, wie nur der Rock ´n´ Roll-Gott selbst ihn spielen konnte, ließ den Vier einen eiskalten Schauer über den Rücken laufen. Peitschender Lautenklang durchschoss ihre Glieder und ließ den Wagen samt Insassen erstarren. Eine Stimme, wie von 1000 Männern, erklang, und was sie sagte kam den Vier seltsam bekannt vor:

„A-wop-Ba-be-lula-a-wop-bam-boum”

Diese Worte sagten mehr als 10000 Bücher. Nun erkannten sie ihre Fehler. Was hatten sie nur getan.

Auf einmal ein Zischen, ein Rauchen, ein Knallen und der alte Mann verwandelte sich in einen schimpfenden, kleinen, grünen Kobold. „Ihr habt einen Vertrag mit dem Teufel, und Eure Seelen sind mein!“

Wieder erklang die Stimme des Rock ´n´ Roll-Gottes:

„One fort he money, two fort he show, three and the Kobold have to go.“

Ein Feuerblitz entzündete den Hintern des Kobolds und er sprang vom Wagen und rannte davon.

Olator fand wieder die richtigen Einsätze, Hempi schlug die richtigen Saiten, Kai fand die richtigen Töne und Frank konnte sich endlich wieder Texte und Melodien merken.

Von nun an schien die Sonne wieder täglich. Sie rockten und rollten seit her viele Jahre und weil sie nicht gestorben sind, tun sie das noch heute.

Tutti Frutti Euer Märchenonkel